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CLAUDIA MERX
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© Claudia Merx 1997-2017




Aktualisierung: 16.06.2017


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CLAUDIA MERX    -    Projekte

Das Coburger Fastentuch


Die vor mehr als 30 Jahren durch Misereor wieder belebte Tradition der mittelalterlichen Fasten- oder Hungertücher
ermutigt zunehmend auch einzelne Kirchengemeinden, oft in Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern
zu einem eigenen Fastentuch.
Das neue Coburger Fastentuch geschaffen von der Aachener Künstlerin Claudia Merx,
wurde am Aschermittwoch, dem 17.2.2010 in der St. Augustin-Kirche vorgestellt.

Claudia Merx zum Coburger Fastentuch
"Das Fastentuch zeigt abstrakt das Wesen von Kreuz und Verhüllung.
Das Kreuz - eines der ältesten menschlichen Zeichen - ist im Tuch auf seine Linienführung reduziert.
Die Senkrechte zeigt ein Sinnbild für den Menschen, seine Perspektive und seine Beziehung zum Göttlichen.
Die Waagerechte symbolisiert für mich die Beziehungen der Menschen untereinander.
Der eingearbeitete Riss im Fastentuch weist auf das Nichtsichtbare, das Geheimnis hin."

Bild "fastentuch_1.jpg"Bild "fastentuch_2.jpg"


Information zum Fastentuch

Größe 350cm breit, 700cm hoch
Gefertigt aus 52qm feinem gebleichten Leinentuch
2200m Garn, das entspricht mehr als 1000m Naht
Entwurf August 2009
Herstellung August 2009 - Januar 2010
Bild "fastentuch_ico_3.jpg"
Zur Geschichte und Bedeutung der Fastentücher
Das Fastentuch, auch Hungertuch oder "velum templi" (Vorhang des Tempels) genannt, hat in der katholischen Kirche
eine lange Tradition. Bereits um das Jahr 895 wird erstmals von dem Brauch berichtet in der Fastenzeit den Altar- und
Chorraum mit großen Tüchern zu verhängen, um der Gemeinde die Sicht auf das Allerheiligste zu verwehren.
Die Verhüllung war eine Bußdisziplin, eine "Askese für die Augensinnlichkeit". Bis ins 12. Jahrhundert war das
Fastenvelum ein schmuckloses weißes Leinentuch. Später bestickte oder bemalte man die Tücher mit volkstümlichen
Bibeldarstellungen (Passion Christi), die der Glaubensunterweisung der Gemeinde dienten.
Die Redewendung "am Hungertuch nagen" für "darben, ärmlich leben" ist zumindest indirekt mit dem Fastentuchgebrauch
verbunden. Eine weitere Beziehung sieht man zu dem niederdeutschen Wort "najen - nähen", das einen Hinweis auf die
westfälischen Hungertücher gibt, die aufwändig in Netzstickerei (Filettechnik) gefertigt wurden.
Fastenvelen, einst in Europa weit verbreitet, sind u.a. durch den reformatorischen Bildersturm selten geworden.
Während im Mittelalter fast jede Kirche ihr Fastentuch besaß, überdauerten nicht einmal 100 Exemplare die Zeit.

© Claudia Merx 1997-2017


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